Warum reichen diese rundgestrickten feinen Strümpfe für die Therapie nicht aus?

Für die Lymphödemtherapie sind wesentlich höhere Drücke erforderlich. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Beschaffenheit der geschwollenen Extremität. Liegen Schwellungen vor, so gibt es immer Bereiche die mehr geschwollen sind und andere weniger. So gibt es typische Bereiche, an denen Wülste auftreten wie z.B. am oberen Sprunggelenk, in der Kniekehlen am Handgelenk.

Ein rundgestrickter Kompressionsstrumpf hat die Neigung, jeder zirkulären Hautfalte zu folgen, das heißt er legt bzw. zieht sich in die Hautfalten hinein. Im Ersten Moment merkt man nur das unangenehme Reiben z. B. in der Kniekehle beim Beugen. des Beines. Tatsächlich schnürt der rundgestrickte Strumpf aber die Lymphbahnen ab, was bedeutet, dass weitere Lymphbahnen zerstört werden.

In leichteren Fällen, wie dem reversiblen Lymphödem behelfen wir uns mit einem grobmaschigeren Gestrick, das sich über kleinere Hautfalten spannt. Außerdem ist die Schwellneigung bei diesem Ödem nach der manuellen Lymphtherapie wesentlich geringer, so dass man das Ergebnis mit der Kompressionstherapie gut halten kann.

Lymphdrainage kombiniert mit einer Kompressionsbehandlung

Im 1.Stadium des Lipödems findet häufig eine ambulante Behandlung statt. Diese führt zwar zu einer deutlichen Minderung der Beschwerden, eine Reduktion der Umfangsmaße kann jedoch in den seltensten Fällen erreicht werden.

Zusätzlich müssen die Patientinnen eine Kompressionsstrumpfhose in Flachstrickqualität tragen.

Diese davon zu überzeugen ist ein schwieriges Unterfangen, gerade dann, wenn kein sofort sichtbarer Erfolg zu verzeichnen ist.

Ab dem 2.Stadium wäre eine Behandlung in einer Lymphklinik unbedingt notwendig. Andere

Wichtig ist die konsequente Entstauungs- und Kompressionstherapie

Das Lymphödem benötigt fast immer einen Strumpf in Flachstrickqualität aus oben genannten Gründen.
Das Maßnehmen des Kompressionsstrumpfes sollte immer erst nach der erfolgreichen manuellen Lymphtherapie an der maximal entstauten Extremität erfolgen.

Der Kompressionstrumpf muss alle 4 - 6 Monate erneuert werden, oder bei nachlassen der Elastizität.

Weitere Gründe für das Verwenden der Flachstrickqualität liegen in der Zugigkeit des Materials und des Druckes der auf die Extremität ausgeübt wird, sowie der Form des Strumpfes.

Die Anzahl der Maschen ist beim Flachstrickstrumpf variabel, was bedeutet, dass auf Art und Ort der Schwellung punktgenau eingegangen werden kann. Beim Rundstrickverfahren ist die Anzahl der Maschen von unten bis oben gleich, was bedeutet, dass beim vergrößern des Umfanges lediglich mehr Faden je Masche zugegeben wird.

Flachstrick

Rundstrick

Arbeitsdruck

hoch

gering

Ruhedruck

gering

hoch

Passform

genau

weniger genau

Druckabfall

gleichmäßig

unsicher

Dehnbarkeit

70%

140%

Optik

weniger schön

besser

 

Doch nicht die Optik darf die Entscheidungskriterien beeinflussen, vielmehr die Notwendigkeit der Versorgung muss die Auswahl der Strickart beeinflussen.

Anhand des Vergleiches von Flach- und Rundstrick in der Tabelle ist ersichtlich, dass es hier nicht um irgendeine Versorgung mit irgend welchen Qualitäten von Kompressionsstrümpfen geht. Es geht vielmehr darum, dass man mit der Wahl der falschen Qualität die Situation deutlich verschlechtern, bzw. den Patienten damit gefährden kann.

stationäre Behandlung

Warum?
Ein therapeutisches Programm, wie es in einer Klinik durchgeführt werden kann ist vor Ort nicht möglich.

  • täglich manuelle Lymphdrainage - morgens und abends mindestens 45 Min
  • dabei Atemübungen und entstauende Bewegungsübungen
  • anschließend Bandagierung der Beine mit speziellen Schaumstoff-Bandagen und Kurzzugbinden

Ebenso dazu gehören:

  • Ernährungsberatung
  • Reduktions- und Vollwertkost
  • Schmerztherapie
  • Wanderungen, insbesondere Nordic Walking
  • Psychologische Betreuung