"Wasser in den Armen und/oder Beinen"

Das Lymphödem tritt überwiegend an den Beinen auf, doch können auch die Arme davon betroffen sein.
Wir unterscheiden zwischen dem primären und dem sekundären Lymphödem. Erkennbar ist es am Stemmer´schen Zeichen, einer charakteristischen Zehenverdickung - die Haut lässt sich mit den Fingerspitzen am übergang von den Zehen zum Vorfuß nicht abheben. Die Hautfarbe bei einem Lymphödem ist normal. Phleb- und Lymphödeme treten sowohl ein- als auch beidseitig auf, wobei sie nicht symmetrisch sein müssen.

Ein primäres Lymphödem entsteht durch eine angeborene Fehlbildung im Lymphatischen System. Ein sekundäres Lymphödem kann viele Ursachen haben.

Die häufigsten sind:

  • chirurgischen Eingriffen
  • Narben
  • Verletzungen
  • Tumore

aber auch Folgen von:

  • Hautentzündungen (Wundrose)
  • Insektenstichen
  • Lipödem

und in Verbindung mit einer chronisch Venösen Insuffizienz, häufig dann, wenn eine Varikosis lange Zeit unbehandelt bleibt.

Das Lipödem ist nicht Ausdruck von Übergewicht !

Das Lipödem tritt grundsätzlich symetrisch auf. Voraussetzung ist eine anlagebedingte Fettgewebsvermehrung an den Extremitäten, wodurch eine disproportionierte Körperform mit relativ schlankem Rumpf resultiert. In den meisten Fällen sind der Hüftbereich und die Oberschenkel betroffen, die sogenannte Reiterhosenfigur. Seltener finden wir die Fettansammlung ausschließlich an den Unterschenkeln. Ein zunächst an Hüften und Oberschenkeln bestehendes Lipödem kann sich auf die Unterschenkel ausdehnen. In einem Drittel der Fälle wird das Lipödem auch zusätzlich an den Armen beobachtet. Charakteristisch ist im Vergleich zum Lymphödem, dass Hände und Füße verdickungs- und ödemfrei bleiben.
Der Begriff Lipödem setzt sich wie folgt zusammen:
ödem = Flüssigkeitsansammlung
Lip = griechisch: Fett

Als weitere Komplikation kann es zu einer Einengung der Lymphgefäße und dadurch zu einer Lymphabflussstörung kommen. So entsteht möglicherweise bei fortschreitender Erkrankung zum Lipödem zusätzlich ein Lymphödem größeren Ausmaßes.

Auch eine vermehrte Gewichtszunahme zählt zu den weiteren Komplikationen.
Die Psychische Belastung der Patientinen ist sehr hoch. Wiederholte Abmagerungskuren führen zu keinem Erfolg. Lediglich am Oberkörper ist eine Gewichtsreduktion möglich. Ein erneut "normales" Ernährungsverhalten hat dann oft zur Folge, dass durch die Stoffwechselumstellung während des Fastens eine schnellere Fetteinlagerung folgt. Diese Fetteinlagerung findet verstärkt in den betroffenen Zonen statt.

Was die Patientinnen meistens nicht wissen ist, dass sie mit Abmagerungskuren keinerlei Einfluss auf das Lipödem haben. Dennoch ist es wichtig sich ein gesundes Ernährungsverhalten anzugewöhnen. Denn nur so können sie ein stärkeres Fortschreiten der Erkrankung eindämmen.

Besonders belastend sind die Reaktionen der Umwelt. Stößt man im Freundes- und Bekanntenkreis auf Unverständnis und Ungläubigkeit bezüglich der Ernährung (nach dem Motto: jeder Dicke Lügt sich selbst in die Tasche, wenn er sagt was er täglich isst.) ist das schon belastend. Aber Kommentare von ärzten wie: " so wie du bist, bist' schon recht", Frauenarzt: " es gibt viele Frauen, denen das Berühren an den Schenkeln und am Po weh tut", Psychologe: " da liegt eine sexuelles Trauma vor" oder " Friss die Hälfte". Oder Hinweise, man solle nicht so viel Flüssigkeit zu sich nehmen, sind deprimierend bzw. völlig falsch.
Da ist es nur verständlich, wenn sich die Betroffenen unverstanden fühlen.

Lipödeme sind weder durch Medikamente noch durch Salben zu beeinflussen.

Sowohl beim Lymph- als auch beim Lipödem besteht besonders die Gefahr, dass durch kleine Verletzungen ein Erisipel entsteht.

Stadium 1: Fettgewebsvermehrung im Bereich von Hüften und Po "Reiterhosenphänomen"

Es entsteht im Laufe des Tages bzw. nach körperlicher Anstrengung, verschwindet aber im Laufe der Nacht. Es lässt sich mit dem Finger eindrücken.

Stadium 2: Fettgewebsvermehrung im Bereich Hüften und Po bis zu den Knien

Wird über Nacht weniger, verschwindet jedoch nicht ganz. Lässt sich mittels Physikalischer Therapie gut entstauen.

Stadium 3: Das Lipödem reicht von den Hüften bis zu den Knöcheln

Das Bindegewebe ist verhärtet, es lässt sich mit dem Finger nicht mehr eindrücken. Druckempfindlich, Neigung zu blauen Flecken.
Irreversibel - eine Therapie bringt eine Verbesserung, Schaden am Bindegewebe bleibt erhalten.

Stadium 4: irreversibles Stadium

irreversibles ödem, Elephantiasis, Komplikationen bis zur bösartigen Entartung.

Sonderformen

  • es sind nur die Arme betroffen
  • es sind nur die Unterschenkel betroffen